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Jahrgangsbericht 2011
Der Jahrgang 2011 wird mit seinen Extremen ganz sicher in Erinnerung bleiben, und auch wenn der Winzerberuf seinen Reiz daraus zieht, dass kein Jahrgang wie der andere ist - 2011 hätte man sicherlich auf die eine oder andere Herausforderung gerne verzichten können.
Die Vegetationsperiode hatte früh so richtig Fahrt aufgenommen, wir lagen mit der Entwicklung ca. 3 Wochen vor dem langjährigen Mittel. Alles war bis dahin nach Plan gelaufen, als in der Nacht vom 3. auf den 4. Mai ein heftiger Spätfrost große Schäden anrichtete. Auf ca. 10 ha unserer eigenen Fläche (insgesamt waren ca. 5.000 ha in der Pfalz betroffen) waren wenige Stunden nach dem Frost die frischen Triebspitzen unserer Reben braun geworden und abgestorben. Ein erschreckendes Bild, das kein Winzer in den letzten 40 Jahren in diesem Ausmaß zu sehen bekommen hat. Doch trotz dieses schweren Schadens trieben die Rebstöcke nochmals aus, wenn auch mit einem erheblichen Ertragsverlust in den betroffenen Lagen von 50 bis 80%. Nach der Blüte Mitte Juni war der Sommer moderat und die Entwicklung ging konstant voran, was die Hoffnung aufkommen ließ, dass wir einen lebendigen, rassigen und mineralischen Jahrgang erwarten können. Durch den Vorsprung aus dem Frühjahr konnten wir mit einem der frühesten Herbste unserer Geschichte rechnen. Bereits am 5. September ging die Lese mit ersten Probe-Durchgängen los, um erst einmal ein Gefühl für den Jahrgang zu bekommen. Die Bedingungen wurden im weiteren Verlauf der Weinlese immer besser, ab dem 9. September war ein Hoch verantwortlich für eine wochenlange Schönwetterperiode: Ein wohltuender Abschluß der wechselreichen Vegetationszeit. Die Freude über das kühle aber beständige, sonnige Wetter hat die ganze Mannschaft zu Spitzenleistungen motiviert. Am 13.10 wurden die letzen Trauben geerntet. Die Weine sind sehr klar in der Frucht, mineralisch im Charakter und ausdrucksvoll im Geschmack. Die Buhl´sche Leichtigkeit und Finesse findet man bereits bei den frischen, trockenen Rebsortenweinen, sie wird manifestiert in den Lagenweinen und zur Spitze gebracht bei den Großen Gewächsen und 1. Lagen im Bereich der Auslese und Beerenauslesen. Der 2011er Jahrgang muss sich nicht verstecken vor seinen großen Vorbildern 1911 & 1811 – Auf ihr ganz besonderes Wohl! |
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